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23.10.2014 TSB Horkheim betreibt Eigenwer

TSB Horkheim betreibt Eigenwerbung - 27:37 Niederlage gegen die RNL

Ausnahmetag in Horkheim: Eine ausverkaufte Stauwehrhalle bei einem Handballspiel hatte es zuletzt vor sieben Jahren beim DHB-Pokalspiel gegen den VfL Gummersbach gegeben. Vor der beeindruckenden Kulisse von 984 Zuschauern durfte der TSB am Mittwochabend sein Genuss-Spiel gegen die in Bestbesetzung angereisten Rhein-Neckar Löwen bestreiten. Wie zu erwarten war, zog der Bundesliga-Tabellenführer, der einige Stars wie Kapitän Uwe Gensheimer schonte, mit 37:27 (17:11) locker ins DHB-Pokal-Achtelfinale ein. Der an der Seitenlinie immer mit mindestens 180er Puls agierende Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen hatte die Devise ausgeben, das Spiel früh zu entscheiden. Ganz so einfach wie erhofft, funktionierte dieser Plan aber nicht. Durch Tore von Jan Wörner und zwei Mal Evgeni Prasolov lag der TSB in den Anfangsminuten immer in Führung.

Patrick Groetzkis Treffer zum 4:3 (5.) drehte die Partie dann in die erwartete Richtung. Mit einem kleinen Zwischenspurt war daraus schnell eine 9:4-Führung (11.) geworden. TSB-Trainer Jochen Zürn nahm eine Auszeit und seine Spieler fanden wieder in die Spur. Spielmacher Felix Knoll verkürzte mit zwei Toren auf 6:9 (15.). Drei Tore Rückstand nach der Hälfte der ersten Halbzeit – es war das von Zürn erhoffte Spiel TSB gegen Löwen und kein Alleingang der Mannheimer. Obwohl der Rückstand wieder anwuchs, setzten die Horkheimer Achtungszeichen. Sven Grathwohl hielt im ersten Durchgang zwei von drei Siebenmetern. Janik Zerweck knallte kurz nach seiner Einwechslung einen Wurf aus elf Metern in den Winkel (27.). Beinahe hätte sogar A-Jugendspieler Hendrik Bohnenstengel sein Tor erzielt, doch Löwen-Keeper Bastian Rutschmann hatte etwas dagegen (29.). Mit einem respektablen 11:17-Halbzeitstand ging der TSB in die Kabine. Die Zuschauer waren sehr angetan vom mutigen Auftritt der Blau-Weißen gegen eines der besten Teams der Welt. Für den Verein war es schließlich auch eine perfekte Werbeplattform, um den einen oder anderen neuen Zuschauer für den Liga-Alltag zu gewinnen.
Nadelstiche
Der Zwei-Klassen-Unterschied war aber natürlich auch in den zweiten 30 Minuten sichtbar. Immer, wenn die Löwen ihren Tempo-Handball spielten, hatten die Horkheimer das Nachsehen. Das geht aber auch vielen Bundesligisten gegen die Löwen nicht anders. Dem TSB gelang es trotzdem, weiter Nadelstiche zu setzen. Grathwohl wuchs im Tor mit jeder Parade ein bisschen mehr in die Höhe und Breite, was die Profis manches Mal vor unlösbare Aufgaben stellte. Der größte Jubel in der Halle brach in der 39. Minute aus, als der 17-jährige Bohnenstengel tatsächlich einen Gegenstoß zum 16:24 verwandelte. Bis weit in die zweite Halbzeit blieb der TSB auf Schlagdistanz. Erneut nach einer Auszeit verkürzten Freddy Griesbach und Max Schulze sogar noch einmal auf 20:26 (46.). Eine Reihe von Fehlwürfen und Ballverlusten führte aber anschließend dazu, dass die Löwen doch noch ein standesgemäßes Ergebnis zu Stande brachten. Gleichwohl – es war ein Festabend in der Stauwehrhalle und beste Eigenwerbung für den TSB Horkheim.
TSB Horkheim: Grathwohl, Nicht (Tor) - Lenz (2), Bohnenstengel (1), Griesbach (2), Schmid (2), Knoll (4), Fähnle (1), Zerweck (3), Prasolov (5), Schulze (2), Hau (1), Wörner (4), König.
Rhein-Neckar Löwen: Landin, Rutschmann (Tor) - Schmid, Gensheimer, Kneer (2), Sigurmannsson (3), Myrhol (2), Larsen (10/1), Groetzki (11/2), Reinkind (4), Guardiola Villaplana (3), Petersson, Ekdahl du Rietz, Schmidt (2).
Siebenmeter: TSB 1/0; RNL: 5/3
Strafen: 3/2
Zuschauer: 984

Written by Stephan Sonntag - www.stimme.de | 23.10.2014 09:25:26 | 76x gelesen