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Kapitän Fähnle: Die Integrationsfigur verlässt den TSB Horkheim

Stefan Fähnle beerbt Markus Kübler als Trainer des Handball-Oberligisten TSV Weinsberg. Das löst in Horkheim Bedauern aus, aber Vorfreude beim TSV.

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Bis zum Saisonende trägt Stefan Fähnle noch das Trikot des TSB Horkheim. In der nächsten Saison wechselt er auf die Weinsberger Trainerbank. Foto: Archiv/Veigel

Die Nachricht schlug am Mittwochmorgen ein wie eine Bombe: Stefan Fähnle wird in der kommenden Saison Trainer des Oberligisten TSV Weinsberg. "Das ist für mich eine einmalige Chance und eine riesige Anerkennung", sagt der 34-jährige Kapitän des Drittligisten TSB Horkheim.

Schließlich besitzt Fähnle weder einen Trainerschein, noch hat er Erfahrung auf dem Gebiet. "Natürlich wird der Sprung vom Spieler zum Trainer nicht einfach. Ich freue mich aber riesig auf die Aufgabe."

"Wir trauen Stefan den Job zu 100 Prozent zu"

Die Idee entstand in der Winterpause − bei einer lockeren Joggingrunde, unter anderem mit den ehemaligen Teamkameraden und aktuellen Weinsberger Spielern Jan König und Timo Hirschmann. Ende Januar gab es dann erste Gespräche mit den Weinsberger Verantwortlichen um den Sportlichen Leiter Axel Mayer.

"Stefan hat uns durch seine Persönlichkeit und seine Menschenführung überzeugt. Ich sehe in der fehlenden Trainererfahrung kein Risiko. Mit Markus Kübler ist es ja ganz ähnlich gelaufen", sagt Mayer. Der amtierende Coach des TSV, der den Verein am Saisonende wegen der Geburt seines dritten Kindes verlässt, war ebenfalls direkt vom Spieler ins kalte Wasser des Trainergeschäfts gesprungen und schaffte mit den Weinsbergern den Aufstieg in die Oberliga. "Wir trauen Stefan den Job zu 100 Prozent zu", sagt Mayer.

Enttäuschte Reaktionen vom TSB Horkheim

Seinen aktuellen Trainer Jochen Zürn zog Fähnle ebenfalls früh ins Vertrauen. "Wir haben offen gesprochen − auch über die Risiken, die er als Trainernovize mit dem Schritt eingeht. Ich bin grundsätzlich immer dafür, Herausforderungen mutig anzunehmen und drücke ihm die Daumen", sagt Zürn.

Beim zweiten Vorsitzenden und Ressortleiter für die Horkheimer Drittliga-Mannschaft, Michael Löbich, stößt Fähnles Entscheidung dagegen nur bedingt auf Verständnis: "Ich finde es sehr bedauerlich und mir persönlich stinkt es auch ein bisschen. Weniger die Entscheidung an sich, als vielmehr die Art und Weise. Das kam jetzt sehr plötzlich."

Schließlich hätten die Horkheimer die Integrationsfigur gerne in neuer Funktion behalten. Im Gespräch war der Posten des Co-Trainers, verbunden mit der Übernahme einer Jugendmannschaft, oder eine Position im Vorstand. "Es gäbe viele Aufgaben im Verein, in denen wir ihn gerne gesehen hätten", sagt Löbich.

Die richtige Marschrichtung vorgeben

Auch Fähnle betont, dass ihm der TSB weit entgegen gekommen sei und ihm viele Freiheiten gegeben hätte. "Nach Rücksprache mit meiner Frau bin ich aber zu dem Ergebnis gekommen, dass ich nach den vielen Jahren in Horkheim nochmal etwas ganz Neues probieren will."

Dass ihn viele Weinsberger Spieler bestärkten, den Schritt zu wagen, habe ihn zusätzlich motiviert. Mit einigen ist er eng befreundet. Ein grundsätzliches Problem für seine künftige Funktion sieht er darin nicht. "Natürlich wird sich die Situation verändern, aber ich kann das gut voneinander trennen. Wichtig wird sein, gleich zu Beginn die richtige Marschrichtung vorzugeben", ist Fähnle überzeugt.

Eines schließt der künftige Weinsberg-Coach aber kategorisch aus: Dass er beim TSV als Spieler agieren wird. "Das werde ich selbst im Notfall nicht machen. Die Signale, die mein Körper sendet, sind eindeutig", sagt der Kreisläufer, der oft nur mit Schmerzmitteln auflaufen kann. Die aktuelle Saison mit dem TSB will er aber noch mit dem größtmöglichen Erfolg abschließen.

Written by son - www.stimme.de | 11.02.2017 20:01:10 | 321x gelesen