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Heymann springt direkt in die 1. Bundesliga

Ein Überraschung war es nicht mehr, außergewöhnlich ist es trotzdem: Das Horkheimer Toptalent Sebastian Heymann wird ab der kommenden Saison nur noch das grün-weiße Trikot von FrischAuf Göppingen tragen.

 

 

Nur noch neun Mal wird Sebastian Heymann im Trikot des TSB Horkheim auflaufen. Als nächstes am Samstag im Heimspiel gegen die HG Oftersheim. Foto: Archiv/Veigel

Der Bundesligist nimmt den 18-Jährigen fest in seinen 15er-Kader für die Saison 2017/2018 auf, wie der Club am Montag mitteilte. "Ich freue mich natürlich darüber, dass das geklappt hat, und traue mir den Schritt auch zu", sagt Heymann.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der 18-Jährige einen Profivertrag mit vier Jahren Laufzeit unterschrieben. Seitdem trainiert der Jugend-Nationalspieler regelmäßig bei den Profis mit und absolvierte bereits erste Bundesliga- und Europapokalspiele. In der Hauptsache war und ist er aber in der laufenden Saison noch für seinen Heimatverein TSB Horkheim in der 3. Liga Süd aktiv. Mit 132 Toren in 21 Spielen ist Heymann der drittbeste Schütze der Liga.

Attribute: Lernwillig und fleißig

Kein Wunder, dass auch FrischAuf-Coach Magnus Andersson vom Youngster überzeugt ist. "Ich traue Sebastian sehr viel zu. Er ist sehr lernwillig und fleißig. Wir werden seine weitere Entwicklung behutsam, aber mit großem Engagement fördern", sagte der 50-Jährige laut einer Vereinsmitteilung.

Nicht weniger optimistisch äußerte sich Geschäftsführer Gerd Hofele: "Ich bin davon überzeugt, dass Sebastian Heymann in der Handball-Bundesliga Fuß fassen wird."

Einen 18-Jährigen in seine Erstliga-Mannschaft aufzunehmen, ist beileibe nicht selbstverständlich. "Dass Göppingen ihn schon nach einem Jahr fest in den Profikader nimmt, ist eine Auszeichnung für Basti und natürlich auch für die Nachwuchsarbeit des TSB", sagt TSB-Drittliga-Coach Jochen Zürn und ergänzt: "Aus meiner Sicht ist das der richtige Schritt, Basti muss hochklassig spielen."

Auf die Einsatzzeiten kommt es an

Spielen ist das entscheidende Stichwort - die Einsatzzeiten sind für Heymann ein entscheidender Faktor. "Wenn du als junger Spieler nur auf der Bank hockst, bringt das nichts." Beim Bundesligisten hat er in der nächsten Saison mit dem 28-jährigen Daniel Fontaine und dem 30-jährigen Zarko Sesum auf seiner Position im linken Rückraum zwei etablierte Konkurrenten. "Natürlich muss ich mir meine Spielzeiten im Training erarbeiten. Die beiden unterstützen mich aber auch, geben Tipps und ich versuche, das umzusetzen", sagt Heymann.

Er ist jedenfalls froh, dass er nächste Saison nicht noch den Umweg über einen Zweitligaclub gehen muss. "Das wäre der Plan B gewesen."

Auch für seine weitere Entwicklung in der Nationalmannschaft spielt der Schritt eine entscheidende Rolle. Gut möglich, dass der Deutsche Handballbund (DHB) das Ausnahmetalent schon vorzeitig von der Jugend- in die Juniorennationalmannschaft holt. Als einer von nur 19 Topnachwuchsspielern in Deutschland kommt Heymann in den Genuss der DHB-Eliteförderung. Deren Ziel: die Förderung der größten Talente optimieren und alle Schulungs- und Fördermaßnahmen bestmöglich koordinieren. Das ist an einem Standort natürlich leichter als an zwei unterschiedlichen.

Aktuell befindet sich Heymann daher in Göppingen auf Wohnungssuche, die Pendelei nach Horkheim fällt künftig weg. Um sich neben dem Handball ein zweites berufliches Standbein zu sichern, wird Heymann im Sommer mit einem Praktikum beginnen. "Bisher ging einfach zu viel Zeit durch die Fahrerei verloren."

Written by son - www.stimme.de | 01.03.2017 13:02:08 | 447x gelesen