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Etwas naiv, aber mutig

TSB Horkheim unterliegt im DHB-Pokal gegen Göppingen mit 26:45

Etwas naiv, aber mutig

Die erste Auszeit des TSB Horkheim wurde musikalisch mit "Knockin" On Heaven"s Door" von Guns n" Roses untermalt. Der 2:7-Rückstand nach sieben Minuten im ungleichen DHB-Pokal-Duell mit Bundesligist Frisch Auf Göppingen war für den Drittligisten jedoch noch kein Grund, gleich an die Himmelspforte zu klopfen. Selbst der deutliche 26:45 (10:20)-Endstand vor 500 Zuschauern fiel nicht vom Himmel.

"Weniger als 40 Gegentore hätte schon besser ausgesehen. Unser Rückzug war nicht so gut, wir hätten sicher sechs, sieben Göppinger Gegenstöße verhindern können", sagte der neue TSB-Kreisläufer Nils Boschen. Das zu langsame Umschalten von Angriff auf Abwehr war auch der Grund für die eingangs erwähnte Auszeit. "Am Anfang haben wir uns naiv angestellt, viel zu oft den ersten Ball des Gegners zugelassen", sagte TSB-Trainer Jochen Zürn, der insgesamt aber mit dem Auftritt seines Teams zufrieden war: "Jeder hat viel richtig gemacht, und alle nehmen ihre Erfahrungen aus diesem Spiel mit."

Zum Beispiel diese hier: Nur weil im Training vor den pfeilschnellen Göppinger Außenspielern gewarnt wird, lassen die sich im Spiel noch lange nicht stoppen. "Das ist ein ganz anderes Tempo als ich es gewohnt bin", gab der neue Rückraumlinke Felix Kazmeier zu, der mit sechs Treffern bester Torschütze der Horkheimer war. "Irgendwo muss sich der Unterschied ja zeigen", sagte Göppingens Adrian Pfahl, der per Kempa-Trick zum 40:23 (54.) das schönste Tor des Abends erzielte. Die physischen Unterschiede zwischen beiden Teams waren schon beim Einlaufen deutlich geworden. Doch besonders der Horkheimer Rückraum um Spielmacher Florian Möck, die Youngster Kazmeier und Philip Strobel auf halblinks sowie Janik Zerweck und Pierre Freudl auf halbrechts agierte mutig und ließ keine Wurfgelegenheit aus. "Das war eine gute Generalprobe. Ich habe keine Sorge vor dem Liga-Start nächste Woche", sagte Kazmeier.

Zwei Horkheimer verließen das Spielfeld sogar als Sieger. Einmal natürlich Sebastian Heymann, der gegen seinen Heimatverein drei Tore zum Göppinger Sieg beisteuerte. Zum anderen der etatmäßige TSB-Keeper Linus Mathes, der dank seines Zweitspielrechts in der zweiten Halbzeit sein Debüt im Göppinger Tor feiern durfte. "Das war schon ein komisches Gefühl beim Warmmachen, die Teamkollegen auf der anderen Spielhälfte zu sehen", sagte der 20-Jährige. Mit dem Bundesligisten ist vereinbart, dass Mathes immer dann im Kader steht, sollten Primoz Prost oder Daniel Rebmann krank oder verletzt fehlen. "Mir ist es vor allem wichtig, an trainingsfreien Tagen in Horkheim, zusätzliche Einheiten auf Topniveau bei Frisch Auf absolvieren zu dürfen", sagt Mathes, der in Ludwigsburg wohnt und somit auf halber Strecke zwischen Göppingen und Horkheim. "Die Situation ist für meine Entwicklung optimal."

Mathes" Wechselspiel eröffnete Horkheims drittem Keeper Tim Schniering die Chance aufs Premierenspiel im DHB-Pokal. "Am Anfang war ich schon nervös, aber nach den ersten beiden Paraden war alles gut", freute sich das TSB-Eigengewächs darüber, selbst manch einen Wurf gestandener Bundesligaspieler weggefangen zu haben. Ein Geschoss seines besten Kumpels Heymann war allerdings nicht dabei: "Gegen mich hat sich Basti wohl nicht getraut", meinte Schniering schmunzelnd, was aber von Heymann umgehend und vehement bestritten wurde.

Unstrittig war der 31:28-Erfolg der Göppinger am Sonntag im Finale des Turnierwochenendes gegen Zweitligist Rimpar, der am Samstag mit 39:32 gegen Nieder-Roden gewonnen hatte. Damit steht Frisch Auf im DHB-Pokal-Achtelfinale.

TSB Horkheim: Welz, Schniering (Tor) - Schmid (2), Grosser, Möck (3), Strobel (4), Kazmeier (6), Seiz, Freudl (2/1), Boschen, Zerweck (1), Bohnenstengel (3).

Frisch Auf Göppingen: Prost, Rebmann, Mathes (Tor): Kneule (6), Ritterbach (5), Damgaard (4), Heymann (3), Bagersted (2), Sesum, Fontaine (3), Schiller (6/3), Pfahl (4), Halen (5), Schöngarth (3), Kozina (4).

Siebenmeter: TSB 1/1; FAG 3/3.

Zeitstrafen: 0/1.

Written by son - www.stimme.de | 21.08.2017 13:03:52 | 431x gelesen