Bericht » 1. Mannschaft

Vorne Tempo, hinten Härte

Der Blick nach vorne ist ungetrübt. TSB-Trainer Jochen Zürn schaut voller Zuversicht aufs Horkheimer Samstagabend-Heimspiel (20 Uhr) gegen den VfL Pfullingen. Die zuletzt angeschlagenen Spieler sind fit. Außer Philip Strobel ("Er braucht noch die Zeit über Fasching") gibt es keinen Ausfall. Der am Knie lädierte Alexander Schmid "hat wieder trainiert, das geht".

Mit viel Selbstbewusstsein peilt Zürn den siebten Heimsieg in Folge an. Lang ist"s her, dass der TSB eine Partie in der Stauwehrhalle verloren hat. Am 23. September des vergangenen Jahres war es, beim 24:27 gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen. Danach gab es nur noch Jubelabende. Anfangs nach knappen Erfolgen, zuletzt nach zwei Galaauftritten. Im Abschlussspiel des alten Jahres durften sich die Horkheimer Fans über das 41:30 gegen die SG Köndringen-Teningen freuen, es folgte die 34:24-Watschn für den damaligen Drittliga-Tabellenführer SV Kornwestheim.

"Wir können schon auch 40 Tore machen", sagt Jochen Zürn, "aber fast wichtiger ist es, unter 25 zu kriegen." So wie am vergangenen Samstag beim 25:23-Erfolg in Hochdorf. "Wir konzentrieren uns im Training auf die Abwehr. Da unterscheidet es sich letztlich, wohin die Reise in einer Saison geht."

Nach dem schwachen Liga-Start mit der gravierend veränderten Mannschaft hat die Reise den TSB Horkheim immer weiter nach oben geführt in der Tabelle der 3. Liga Süd. Mit 22:14 Punkten ist das Team jetzt Fünfter. "In den letzten zehn Spielen haben wir vier Minuspunkte kassiert, das ist exzellent", freut sich Zürn. Im Duell mit dem VfL Pfullingen soll es keinen Stolperer geben, wenngleich der Trainer vor dem Gegner warnt: "Die haben Tempo, spielen einen schnellen Handball, druckvoll. Das ist eine bewegliche Mannschaft und in Micha Thiemann haben sie einen Spieler der Extraklasse."

Thiemann ist mit 77 Saisontoren der beste Pfullinger Werfer, zuletzt hat er sieben Mal gegen die TGS Pforzheim getroffen und acht Mal beim Spitzenteam der SG Nußloch. Von der Siebenmeterlinie ist er ein Erfolgsgarant. Thiemanns letzten Fehlwurf gab es am 18. November.

Jochen Zürns Sieg-Konzept sieht so aus: "Wir müssen versuchen, mit unserem eigenen Tempo viel Druck zu entwickeln und die Pfullinger so an ihre Grenzen zu bringen." Gegen Kornwestheim hatte das hervorragend funktioniert. In der Defensive gilt: beherzt zupacken.

Einer, der das sehr gut kann, ist am Jahreswechsel neu hinzugekommen. Oliver Heß stand beim Bundesligisten Ludwigshafen unter Vertrag, jetzt trägt er das Horkheimer Trikot. Die Offensivausbeute ist mit einem Tor in drei Partien ausbaufähig, in der Verhinderung von Treffern ist Heß aber gleich ein zusätzlicher TSB-Trumpf geworden. "Da haben wir mit dem Oli einen Hochkaräter mehr im Innenblock", sagt der Trainer. Heß ist bisher immer für Zwei-Minuten-Strafen gut gewesen, doch das stört Jochen Zürn nicht. "Er ist eine Art und Weise des Verteidigens gewohnt, die die Schiedsrichter in der 3. Liga nicht ganz so gewohnt sind. Aber erstens verteidigen wir in Unterzahl eigentlich sehr gut, zweitens ist es mir allemal lieber, wenn er ordentlich hinlangt", sagt der Horkheimer Trainer. Hinten Härte, vorne Tempo, dann ein erneuter Heimsieg − das ist der Erfolgsplan beim TSB.

Bericht von Andreas Öhlschläger (stimme.de)
Foto: Andreas Veigel

Written by Andreas Öhlschläger (www.stimme.de) | 03.02.2018 12:23:59 | 141x gelesen