Ein unglücklicher Zusammenprall in den Anfangsminuten nahm am Samstag starken Einfluss auf die Drittliga-Traditions-Begegnung zwischen dem TSB Horkheim und der TGS Pforzheim. Jonathan Blum, der Rückraumriese der Gäste, stieß mit Horkheims Nick Fröhlich zusammen. Nase auf Jochbein. Die Nase brach, das Jochbein schmerzte. Der Pforzheimer musste ins Krankenhaus, Fröhlich benommen auf die Bank. „Ein herber Verlust für uns, nicht zuletzt im Abwehr-Innenblock“, sagte Tobias Müller hinterher. Als ausschlaggebend für den 32:26 (14:13)-Heimsieg des TSB wollte der TGS-Coach den Ausfall aber nicht betrachten. „Das war ein souveräner Auftritt der Horkheimer und ein verdienter Erfolg“, räumte Müller sportlich fair ein.

Es war tatsächlich eine reife Leistung des jungen TSB-Teams im ersten von voraussichtlich zwei Entscheidungsspielen um den wichtigen sechsten Platz, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet. Am kommenden Samstag könnten die Horkheimer gegen Haßloch den letzten Verfolger distanzieren. „Ich bin rundum zufrieden. Wir haben beständig den Druck hochgehalten, waren zwar teils zu hektisch, aber hatten die Partie eigentlich immer im Griff“, sagte TSB-Trainer Michael Schweikardt, der den Verein am Saisonende verlassen wird (siehe untenstehenden Artikel).

Höhere Führung zur Pause verschenkt

Die Horkheimer legten bis zur achten Minute ein 5:1 vor, verloren dann ein wenig den Faden, so dass die Gäste auf 4:6 verkürzten (12.). Im Jojo-Stil ging es durch die ersten 30 Minuten. Der TSB forcierte zum 12:8 (25.), zur Pause stand es aber nur 14:13. „Zu dem Zeitpunkt hätten wir vier, fünf Tore weg sein müssen“, sagte Torhüter Sven Grathwohl, der eine bärenstarke erste Hälfte ablieferte, obwohl er nach einer Viertelstunde von Pforzheims Linksaußen Fabian Dykta einen Wurf an den Kopf abbekam. „Da war mir schon schwindelig, aber es ging“, sagte der 33-Jährige grinsend. Und wie es ging: zehn Paraden, darunter ein gehaltener Siebenmeter, zwei blitzsaubere Gegenstoßpässe und ein eigenes Tor – Grathwohl hatte seinen Anteil an den zwei Punkten.

Levak bestätigt seine guten Trainingsleistungen

Ebenso wie Bruno Levak. Früh für Fröhlich in die Partie gekommen, zeigte der Kroate endlich mal sein Potenzial. „Das war sein bestes Spiel für uns“, lobte Grathwohl. „Er hat seine guten Trainingsleistungen bestätigt“, befand Schweikardt. Zuvor hatte der 24-Jährige oft wie ein Fremdkörper im Horkheimer Spiel gewirkt.

Dass Louis Mönch einmal mehr umsichtiger Spielmacher und gefährlichster Torschütze war, versteht sich mittlerweile fast von selbst. Die Horkheimer Nummer zwei ist zweifellos die teaminterne Nummer eins. Dass die Abwehr um Routinier Oliver Heß und Niklas Matusik einen guten Job ablieferte, zeigen allein die gerade einmal 26 Gegentore. Aber auch Florian Uhl hatte einen Sahnetag erwischt. Der Rechtsaußen brillierte mit perfekter Wurfquote und fünf Treffern. In der zweiten Hälfte war die Messe daher schnell gelesen. Ein 5:1-Lauf vom 14:13-Halbzeitstand zum 19:14 verdeutlichte den Gästen schnell, dass an diesem Tag nichts zu holen sein würde in der Stauwehrhalle. Abgesehen von einer blutigen Nase.

Grathwohl beendet Karriere

TSB-Keeper Sven Grathwohl wird seine aktive Karriere am Saisonende beenden. Der 33-Jährige möchte künftig mehr Zeit für die Familie haben. Einen Nachfolger gibt es bereits: Benjamin von Petersdorff. Der 32-Jährige bringt viel Drittliga-Erfahrung aus Friedberg und Fürstenfeldbruck mit. Aus beruflichen Gründen zieht er in die Nähe von Mosbach. Zudem hat Eigengewächs Daniel Grosser seinen Vertrag in Horkheim verlängert.

TSB Horkheim: Grathwohl (1), Hölzl (beide Tor) – Mönch (6), Reichert (5), Grosser, Fröhlich (2), Noah Matusik, Kuhnle, Hess, Foege (3), Niklas Matusik (3), Bohnenstengel (4/1), Uhl (5), Starz, Levak (3).

Beste Schützen der TGS: Herrmann (7/4), Soos (4), Kikillus (3). Siebenmeter: TSB 2/1; TGS 5/4.

Zeitstrafen: 3/5. Schiedsrichter: Stefan Walter, Christian Staszak. Zuschauer: 250.

 

Quelle: https://www.stimme.de/sport/handball/tsb-horkheim/tsb-horkheim-rundum-ueberzeugend-art-4592326