Dusel war auch dabei, das verschwieg TSB-Trainer Michael Schweikardt nicht. „Ein bisschen Glück“ habe man schon gehabt, als der Ball sieben Minuten vor Schluss nicht zum 29:29 im Horkheimer Tor landete. Daniel Schlingmann, der Torwart der TSG Haßloch, hatte übers gesamte Spielfeld hinweg das verlassene Tor des TSB anvisiert, aber nur den Pfosten getroffen.

Die Horkheimer blieben ganz knapp vorne und brachten den Sieg schließlich ins Ziel. Mit 33:30 (18:13) wurde Haßloch bezwungen. Es musste bis zum Happy End aber gewaltig gezittert werden, denn der TSB verspielte Mitte der zweiten Halbzeit einen komfortablen Sieben-Tore-Vorsprung. Beim 24:17 in der 40. Minute schien eigentlich nichts mehr schief gehen zu können, doch durch eine Reihe von Zeitstrafen kam Michael Schweikardts Mannschaft immer mehr aus dem Tritt. Innerhalb von gut sieben Minuten war die schöne Führung futsch, beim 27:26 (47.) war die TSG Haßloch dran.

Die Horkheimer wirkten wie auf einer schiefen Ebene, die Gäste spielten sich in einen kleinen Rausch. Das Momentum war in dieser Phase voll auf ihrer Seite.

Louis Mönch mir Horkheimer Hauptrolle

Aber der TSB schaffte es, die eigene Leistung wieder zu stabilisieren. Eine ganz wichtige Rolle spielte in den entscheidenden Minuten Louis Mönch, der mit seinem insgesamt siebten Tor an diesem Abend das 31:29 erzielte (57.), im Gegenzug den Haßlochern den Ball klaute und so Rico Reicherts 32:29 (58.) möglich machte. Als dann Yannick Hölzl, der für Sven Grathwohl ins TSB-Tor gekommen war, mit einer Parade glänzte, holte Mönch den Abpraller mit viel Engagement aus der Luft.

Das war“s. Jetzt brauchten die Horkheimer nicht mehr zu bangen. In der ersten Halbzeit hatten sie aus dem 10:10 (21. Minute) ein 15:10 (26.) gemacht. Da war der TSB voll auf Kurs gewesen. Doch nach der Pause wäre das Team beinahe entscheidend gestolpert.

Erleichterung beim Horkheimer Trainer

Michael Schweikardt war über den 33:30-Sieg „mehr als froh und erleichtert“. Es war ein ganz wichtiger Erfolg, um den Platz in den Top sechs der Tabelle abzusichern. Nicht in die Abstiegsrunde der Drittliga-Staffel F zu müssen, ist das große Ziel beim TSB, der nun als Fünfter mit 18:14 Punkten gut dasteht. „Das war ein harter Brocken, den wir zum Glück stemmen konnten“, fasste der Horkheimer Trainer die phasenweise nervenzermürbende Partie zusammen.

Die TSG Haßloch hatte zuvor die beiden Spitzenteams der Liga geschlagen, die Rhein-Neckar Löwen II und die SG Leutershausen. Doch in der Horkheimer Stauwehrhalle war letztlich nichts zu holen. „Ich bin äußerst zufrieden“, sagte Michael Schweikardt, „das waren jetzt zwei Big-Point-Spiele.“

In der Vorwoche hatte der TSB die TGS Pforzheim geschlagen und damit ein anderes Team auf Distanz gehalten, das unbedingt noch nach oben in die grüne Zone der Tabelle will. TSB-Vorstand Michael Roll atmete tief durch. „Das gibt uns jetzt Luft für die schweren Spiele, die kommen. Das war auch wichtig für den Kopf, fürs Selbstvertrauen.“


TSB Horkheim: Grathwohl, Hölzl – Mönch (7), Reichert (6), Grosser, Fröhlich (4), Noah Matusik, Kuhnle, Heß (3), Foege (3), Niklas Matusik, Bohnenstengel (3), Uhl (3), Starz (1), Levak (3).

Beste Werfer TSG Haßloch: Borodovskis (7/6), Gregori (6).

Siebenmeter: 2/0 – 7/6. Zeitstrafen: 5 – 5.

Zuschauer: 200.

Quelle: https://www.stimme.de/sport/handball/tsb-horkheim/tsb-horkheim-vergibt-klare-fuehrung-und-jubelt-dann-doch-art-4594831