Böse Zungen mögen behaupten in der Bezirksliga gibt es fast nur Nachbarschaftsduelle und auch wenn die alten Feinde aus Flein und Horkheim mittlerweile eine Jugendspielgemeinschaft haben, das Stadtduell gegen den SV Heilbronn ganz nett ist, ist das Duell zwischen Grün-Weiß und Blau-Weiß dann doch die Mutter aller Derbies und ein absolutes Highlight in jeder Saison.

Die Stimmung war dem Rahmen absolut angemessen, die Horkheimer 1b, angetrieben von Hallensprecher und Trommlern war nach dem Hinspielsieg vom Sandberg gewillt, den Season-Sweep gegen die Fleiner zu sichern.

Das Spiel war nicht hochklassig, aber eng, umkämpft und vor allem defensiv geprägt. Die Hausherren konnten meist vorlegen, die Fleiner immer wieder verkürzen oder den Rückstand egalisieren. Weiter als mit drei Toren konnte sich kein Team absetzen, sodass es beim 11:10 in die Kabine ging. Mario Schultz spielte eine überragende erste Halbzeit im TSB-Tor und vorne konnte Noah Matusik sich immer wieder auszeichnen. Auf Fleiner Seite spielte Kreisläufer Andre Raichle stark und zeigte, warum die inzwischen nicht mehr ganz so reiche Millionentruppe aus Bad Wimpfen ihn vor einigen Jahren aus Flein wegkaufte.

Auch nach dem Seitenwechsel ähnliches Spiel. Horkheim spielte viel quer und ging nicht dorthin, wo es weh tut – in die Tiefe. Zwar führte die OisBe durchgängig, entscheidend absetzen konnte man sich jedoch nicht. Auf Fleiner Seite war in der zweiten Halbzeit immer wieder Jan Scheitterlein aus dem rechten Rückraum erfolgreich und hinten hielt Gästetorwart Felix Kerber deutlich mehr als nur Fliegen. Die aufopferungsvolle kämpfende Fleiner Rumpfttruppe hielt gut mit, machte aber nie so wirklich den anschein, dass sie etwas Zählbares aus dem Stauwehr fischen könnte. Und so spielten die Horkheimer das Derby halbwegs souverän zu Ende und sicherten sich einen letztlich verdienten Sieg.

Derby gewonnen, Platz 2 gefestigt, was will man mehr? Naja, eine Glanzleistung bekamen die Zuschauer am Sonntagnachmittag nicht zu sehen und gegen eine vollzählige Fleiner Mannschaft hätte das Spiel auch anders ausgehen können. Gerade im Angriff müssen die Horkheimer sich in den kommenden Wochen steigern, besonders das Überzahlspiel ist momentan verheerend. Nächsten Samstag steht mit dem Rückspiel gegen die SG Schozach-Bottwartal das nächste Heimspiel an. Alles andere als ein Selbstläufer, das Hinspiel im Januar konnte nur dank einer völlig absurden Aufholjagd gewonnen werden.

Noah Matusik (6), Simon Wüstholz (5), Kevin Hamberger (5), Jannick Ohr (4), Pascal Thiele (2), Patrick Grosser (2/1), Janis Bauer (1), Fabian Winter, Leo Swoboda, Mario Schultz (TW), Nils Neutz, Maximilian Löbich (TW), Jannis Braun. Offizielle: Miguel Gebhardt, Malte Willms