Zweites Heimspiel innerhalb von 67 Stunden und nach sechzig Zeigerumdrehungen steht der Gegner zum spielentscheidenden Wurf am Siebenmeterstrich. Einziger Unterschied: Im Gegensatz zur SG Schozach-Bottwartal trifft der TSV „irgendwann kommen sie alle zurück“ Willsbach. Max Löbich kommt zwar an den Ball, blöderweise aber nicht entscheidend. Und anstatt von zwei Punkten gibt es diesmal eben gar keine Zähler für die Stauwehrboys. C’est la vie.
Dass es überhaupt noch zu einem spielentscheidenden Wurf kommen würde, war nach 30 Minuten alles andere als absehbar. Die Gäste aus dem Weinsberger Tal waren den Horkheimern im ersten Spielabschnitt in allen Belangen überlegen. Stärkere Torwartleistung, aggressivere Abwehr, schnelleres Gegenstoßspiel und besserer Positionshandball. Der 7- Tore Halbzeitrückstand beim 12:19 war, ganz ehrlich, sogar in der Höhe verdient und folgerichtig, das Fehlen des etatmäßigen Innenblocks Bauer/Thiele mehr als bemerkbar.
Wenn die OisBe aber eins kann, dann sind es Aufholgjagden. Die Torwartleistung wurde stärker, die Abwehr stabiler und der taktische Kniff mit dem siebten Feldspieler zeigt Wirkung. Während man sich im 6 vs. 6 schwertat, konnte die Überzahl immer wieder gut genutzt werden, um den Rückstand zu reduzieren. Der Vorsprung schmolz weiter, doch die verbleibende Zeit wurde auch immer weniger, ohne dass Horkheim das Spiel egalisieren konnte. Willsbach fand immer wieder Lücken in der offenen Horkheimer Abwehr, notfalls erstolperte man sich auch einen 7m. Die letzte Minute hatte es in sich. Max Löbich parierte nochmal einen freien Wurf des eigentlich überragenden Jan „hat mal höher gespielt“ Schenk und im Gegenzug konnte Simon Wüstholz wenige Sekunden vor Schluss erstmals seit dem 4:4 wieder ausgleichen. Doch es waren eben noch einige Sekunden zu spielen und diese reichten den Gästen, um den Ball noch einmal an den Kreis zu bringen, welcher nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Diesmal traf Jan Schenk den fälligen Strafwurf zum umjubelten Siegtreffer – 31:32 TSV Willsbach, in der Summe wohl nicht unverdient.
Was lernt man aus diesem Spiel: 30 Minuten guter Handball reichen gegen einen guten Bezirksligisten nicht. Ohne Kampf und Einsatzbereitschaft hat man sich in der ersten Hälfte ein ganz tiefes Loch geschaufelt, aus dem man sich eben nicht mehr ganz ausgraben konnte. Charakter wurde bewiesen, wie schon die ganze Saison über gelingt es aber nicht, sechzig Minuten konstant guten Handball zu zeigen. Der TSB ist jederzeit in der Lage einen 7-Tore Rückstand aufzuholen, der Spielraum für Fehler wird dann aber ziemlich klein. Diesmal war er zu klein.
Zwar bleibt die OisBe nach Verlustpunkten vor dem TSV Willsbach auf Platz 2, aufgrund des einfacheren Schlussprogramms sind die Gäste nun aber in der Pole Position für die Vizemeisterschaft hinter der weit enteilten SG Degmarn/Oedheim. Doch haben die Willms Boys es in der Hand, müssen dazu aber ihr Kryptonit, Spiele ohne Harz, besiegen. Erste Möglichkeit dazu gibt’s schon kommendes Wochenende in Lauffen.
Mario Schultz (TW), Maximilian Löbich (TW), Simon Wüstholz (11/7), Nils Neutz (4), Noah Matusik (4), Kevin Hamberger (4), Patrick Lang (3), Jannick Ohr (2), Jannis Braun (2), Patrick Grosser (1), Fabian Winter, Tobias Wacker, Noel Hoffmann.