Michael Schweikardts Team verliert mit 31:33 gegen den HC Oppenweiler/Backnang. Es ist die zweite Niederlage des TSB in der DHB-Pokalrunde.

Hitzig ging es zu, die Emotionen kochten hoch, besonders in der Schlussphase. Als Nick Fröhlich in der 55. Minute auf dem Boden lag und Ruben Sigle vom HC Oppenweiler/Backnang mit einer Disqualifikation aus der Partie genommen wurde, waren einige Fans des TSB Horkheim kurz davor, aufs Spielfeld zu stürmen.

Es war ein echtes Derby, so wie es sein soll, so wie es früher normal war. Vor der Coronavirus-Pandemie. Zwei Jahre lang sei man „ein bisschen auf dem Trockenen“ gesessen, „was die Stimmung in den Handballhallen angeht“, meinte TSB-Trainer Michael Schweikardt. Geisterspiele gab es oder gedämpfte Gefühlsausbrüche hinter Masken. Jetzt aber ist die Pflicht zur FFP-2-Gesichtsbedeckung für die Zuschauer gefallen.

Gute Stimmung in der Stauwehrhalle

Matthias Heineke, der Trainer des Horkheimer Drittliga-Lokalrivalen aus Oppenweiler, freute sich über den „stimmungsvollen Abend“ in der Stauwehrhalle. Der Kollege Schweikardt sagte: „Das war wirklich schön zu erleben.“

Nicht so schön war aus Horkheimer Sicht das Ergebnis. Mit 31:33 (13:16) verlor der TSB das Derby gegen den HCOB.

Seine Mannschaft habe es zwar „kämpferisch super gemacht“, so Michael Schweikardt. Aber „im Rückzug hatten wir in der zweiten Halbzeit immer wieder Probleme, da haben wir immer wieder schnell ein Gegentor bekommen.“

Vorentscheidend war dann die Horkheimer Schwächephase zwischen der 52. und dem Beginn der 57. Minute, als aus einer 29:27-Führung ein 29:31-Rückstand wurde.

Kompliment an die jungen Spieler

Matthias Heineke sagte: „Es war ein glücklicher Sieg von uns.“ Er fügte hinzu: „Vielleicht aber doch ein verdienter Sieg.“ Immerhin hatte der HC Oppenweiler/Backnang den Horkheimern nach deren 10:9-Führung in der 19. Minute keinen Vorsprung mehr zugestanden, bis Hendrik Bohnenstengel in der 50. Minute das 27:26 für den TSB erzielte. Beim 12:16 (29.) und 22:25 (44.) sah es gar nicht gut aus für Michael Schweikardts Team, aber der Trainer hob am Schluss nicht ohne Grund die Leidenschaft hervor, mit der seine Jungs zu Werke gegangen waren. „Kompliment an meine jungen Spieler.“ Sie kämpften sich immer wieder heran, gingen gar in Führung – und verloren dann doch mit 31:33.

Es war im zweiten Spiel der DHB-Pokalrunde die zweite Horkheimer Heimniederlage. Der TSB ist Letzter in der Vierergruppe. Jetzt folgen drei Auswärtsspiele hintereinander. „Da heißt es: Kopf hoch für meine Mannschaft“, sagte Michael Schweikardt. Über die Osterfeiertage gibt es erstmal „ein bisschen Ruhe“.

Im Derby gegen den HCOB gab es keine Ruhe. Laut war es in der Stauwehrhalle. Die 330 Zuschauer sahen eine unterhaltsame Partie. Der Lokalkampf „hat alles gehalten, was er versprochen hat“, so Matthias Heineke. Als sein Torwart Stefan Koppmeier in der 58. Minute einen Wurf von Luis Foege entschärfte und damit das 31:31 verhinderte, war der TSB Horkheim endgültig auf Verliererkurs. Nick Fröhlich traf dann noch zum 31:32, es war sein elftes Tor im Spiel, damit war er bester Schütze auf dem Feld. Der Ex-Horkheimer Marcel Lenz war für den HCOB neun Mal erfolgreich. Im 20. Gastspiel beim TSB war es erst der dritte Sieg für Oppenweiler. Lautstark wurde gefeiert: „Derbysieger!“

TSB Horkheim: Hölzl, Grathwohl – Mönch (3), Reichert (2), Zerweck (2), Daniel Grosser, Fröhlich (11/1), Kuhnle, Heß (3), Foege (4), Bohnenstengel (2/1, Uhl (1), Patrick Grosser, Levak (3). Beste Werfer HCOB: Lenz (9/1), Buck (5). Siebenmeter: 5/2 – 1/1. Zeitstrafen: 3 – 3. Disqualifikation: Sigle (55. HCOB, 3. Zeitstrafe). Zuschauer: 330.

Quelle: https://www.stimme.de/sport/handball/tsb-horkheim/horkheimer-leidenschaft-reicht-nicht-fuer-den-derbysieg-art-4615902