Ein gern gesehener Gast, den man nur ungern besuchen geht“. Möchte man die PiranHAs Neckarelz mit wenigen Worten beschreiben, dann am Besten so. Drittletzter Spieltag in der Bezirksliga Heilbronn-Franken und erstmals spielten die Stauwehrboys gegen die Badener Piranhas.

Während es für die Horkheimer „nur noch“ um einen möglichst nördlichen Platz im Tableau geht, brauchen die Neckarelzer jeden Punkt für eine weitere Saison in der höchsten Liga des Bezirks. Nach dem Abnutzungskampf unter der Woche in Bad Wimpfen waren die Horkheimer personell wieder etwas breiter aufgestellt, die Gäste aus dem Mosbacher Stadtteil mussten dagegen ohne ihren etatmäßigen Rückraum um Robert Filipovic und die Gebrüder Halder auskommen.

Um die Horkheimer Defensive trotzdem zu knacken starteten die Neckarelzer mit sieben Feldspielern und ohne Torwart (Funfact: Der TSB konnte im Spielverlauf dagegen vier Torhüter aufbieten, einer davon agierte sogar als verkappter Spielmacher). Die TSB Verteidigung stand in den Anfangsminuten aber so gut, dass wohl eher 8-9 Feldspieler notwendig gewesen wären, um diese zu bezwingen. Hätte die OisBe die zahlreichen Umschaltmomente nach Ballgewinnen in Richtung verwaistes Gästetor konsequenter ausgespielt, wäre das Spiel schon nach wenigen Minuten entschieden gewesen. So dauerte es aber 17 Minuten bis die Horkheimer ihre klare Überlegenheit beim 12:4 auch auf das Scoreboard übertragen konnten und Jerko Pejic zu einer früher zweiten Auszeit zwangen. In den verbleibenden Minuten bis zum Halbzeitpfiff fanden die Gäste offensiv etwas besser ins Spiel und deren Torhüter konnten den ein oder anderen Ball abfischen, sodass beim 16:9 die Seiten gewechselt wurden. Trotz der Verkleinerung des Rückstandes war eigentlich allen Zuschauern in der Stauwehrhalle bereits nach 30 Minuten klar: Hier gewinnt nur Einer, Horkheim und sonst keiner!

Handball mit Biss versprechen die PiranHAs Neckarelz auf ihrer Homepage, was beide Mannschaften in der zweiten Halbzeit boten, war alles andere als ein handballerischer Leckerbissen. In der 40. Spielminute konnte Simon Wüstholz mit einem Konter zum 20:10 erstmals auf 10-Tore Vorsprung stellen, dieser sollte bis zum Schlusspfiff nicht mehr größer werden, beim 26:16 war Schluss. In Anbetracht des eng getakteten Spielplans betrieb Coach Willms etwas Load Management und rotierte munter durch, sogar die beiden Torhüter Mario Schultz und Miguel Gebhardt durften erstmals im Feld ran. Ersterer sorgte mit einem spektakulären Rückhandpass an den Kreis für das Highlight im zweiten Spielabschnitt und ließ Nationalspieler Basti Heymann auf der Tribüne vor Neid erblassen.

Am Ende steht ein Pflichtsieg gegen einen, an diesem Nachmittag chancenlosen Gegner. In zwei Wochen steigt im Neckarelzer Aquarium das Rückspiel und eins ist dabei klar: Ohne Harz und gegen eine vermutlicher besser besetzte Neckarelzer Truppe geht man sicherlich nicht als Favorit ins Spiel. Die nächste Chance um den Umgang mit dem harzfreien Spielgerät zu üben gibt’s aber schon am Dienstag, wenn die englischen Wochen in der Brackenheimer Verbandssporthalle weitergehen. Das Hinspiel wurde deutlich gewonnen, damals aber mit klebrigem Ball…

Simon Wüstholz (10/4), Janis Bauer (4), Jannis Braun (3), Benjamin Straub (2), Patrick Lang (2), Pascal Thiele (1), Lukas Stellmacher (1), Mario Schultz (1), Nils Neutz (1), Maximilian Löbich (TW,1), Tobias Spehr (TW), Patrick Grosser, Miguel Gebhardt