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Die Abschiedstour des Kreisläufers

Am Ende dieser Saison trennen sich die Wege von Alexander Schmid und dem TSB Horkheim – Neuer Mann aus Ditzingen

Er ist der Rudi. Im Drittliga-Spielbericht steht allerdings Alexander Schmid. Der Kreisläufer des TSB Horkheim hat seinen Spitznamen aus gutem Grund. Vom Rennschwein Rudi Rüssel kommt der Rudi her. Weil Schmid oft mächtig aufs Gaspedal drücken muss, um seinen Horkheimer Handballverpflichtungen nachkommen zu können.

Zehntausende Kilometer hat der Kreisläufer hinter dem Lenkrad zurückgelegt, seit er 2013 zum TSB gekommen ist. Denn Alexander Schmid fährt aus Göppingen in die Stauwehrhalle. Mehr als 100 Kilometer einfach sind das, bis zu 1000 Kilometer kommen in einer Woche zusammen. Und jetzt ist der 29-Jährige mitten im fünften Jahr bei den Horkheimern.

Die Belastung ist enorm. Auch deshalb wird die Rudi-Ära beim TSB nach dieser Saison zu Ende gehen. Ein Erfolgsgarant, ein langjähriger Leistungsträger geht also in der verbleibenden Rückrunde auf Abschiedstour.

Michael Löbich, Ressortleiter für die Drittliga-Mannschaft und 2. Vorstand, sagt: „Rudi hat in den vergangenen Jahren viel Zeit auf der Autobahn verbracht, das war für ihn, aber auch für den Verein mit einem sehr großen Aufwand verbunden.“ Für den TSB bedeuteten die sich in Zehntausenden bemessenden Kilometer auch Kosten, für Alexander Schmid, den selbstständigen Versicherungsmakler, war die Zeit auf der Straße ein beträchtlicher Verlust von Lebenszeit. Löbich beschreibt die Überlegungen: „Vor diesem Hintergrund und bei einem verantwortungsvollen Umgang mit unseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben wir im Vorstand gemeinsam beschlossen, dass wir für die kommende Saison auf der Kreisläuferposition eine Änderung vornehmen wollen.“

Schon vor einem Jahr, als der Vertrag letztmals verlängert worden war, hatte die Fahrerei eine Rolle gespielt. Schmid sagte damals: „Den Sport und meinen Job zu vereinbaren, ist schon eine Herausforderung. Ich weiß nicht immer, wie ich alles unter einen Hut bekommen soll.“ Aber er sagte auch: „Ich habe nochmal Lust, hier mit Leidenschaft aufzuspielen.“ So hat er es gemacht. Der Rudi ist ein spektakulärer Spieler, schont weder sich noch die Gegner. Famos war sein Auftritt beim wichtigen 28:25-Heimsieg gegen den TV 1893 Neuhausen, als er sieben Mal traf und für den Unterschied sorgte. Zuletzt bei der 34:24-Heimgala des TSB gegen Kornwestheim war der Kreisläufer sechs Mal erfolgreich. „Alexander Schmid war in den letzten Jahren eine wichtige Stütze des Teams und ein emotionaler Leader“, sagt TSB-Manager Michael Löbich. Und der Rudi ist es noch ein Weilchen. Es stehen noch zwölf Drittliga-Spiele bevor.

Boschen wird offensiver

Einen Plan, wie die Lücke gestopft werden soll, gibt es auch: Nils Boschen, derzeit meist in der Abwehr gefordert, soll mehr Spielanteile im Angriff bekommen.

Für Entlastung am Kreis soll Neuzugang Frank Eisenhardt sorgen. Der 26-jährige Student an der Uni Stuttgart ist 1,95 Meter groß und körperlich robust. Er ist abwehrstark, aber auch ein gefährlicher Torschütze bei den TSF Ditzingen. Beim Württembergligisten hat der zum Kreisläufer umgeschulte ehemalige Rückraum-Recke eine ganz starke Hinrunde gespielt. Im Sommer kommt Eisenhardt dann zum TSB.
„Eine wichtige Stütze, ein emotionaler Leader.“
Michael Löbich

Written by Andreas Öhlschläger (www.stimme.de) | 02.02.2018 15:17:31 | 405x gelesen