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17.02.2018 Ein Derby außerhalb der Geset

Ein Derby außerhalb der Gesetzmäßigkeiten

HC Oppen/Back - 1. Mannschaft 31:31

Seit dem Drittliga-Aufstieg 2015 ist der HC Oppenweiler/Backnang im Derby gegen den TSB Horkheim sieglos. Das höchste der Gefühle in den bisher fünf Duellen war ein 26:26-Unentschieden in der vergangenen Saison. Was aber bei jedem Aufeinandertreffen galt und zweifellos auch an diesem Samstag (20 Uhr) in der Backnanger Karl-Euerle-Halle gelten wird: es wird ein harter Kampf über 60 Minuten.

„Wir haben in den vergangenen Jahren in den Derbys Flagge gezeigt. Es geht darum, die Emotionen in den Griff zu kriegen und die besondere Anspannung zu nutzen“, sagt TSB-Trainer Jochen Zürn. Tabellarisch betrachtet sind die Horkheimer eindeutig in der Favoritenrolle. Seit Jahresbeginn haben aber beide Teams drei Siege eingefahren. Der HCOB hat sich nach einem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten 13 Spielen ganz klar gefangen.

Schwammige Erinnerung 

Dem Fakt, noch nie gegen den TSB gewonnen zu haben, tritt HCOB-Keeper Sven Grathwohl entschieden entgegen. „Mit Balingen habe ich das in der Oberliga sehr wohl. Ich glaube sogar, mal mit weniger als 20 Gegentoren und einer Quote von 55 Prozent gehaltener Bälle.“ Naja, da trügt die Erinnerung ein wenig. Ist aber auch schon ein paar Jährchen her. Entweder war es der 27:26-Sieg vom 17. Februar 2008 oder der 31:29-Erfolg am 14. April 2007. Im grün-blauen Trikot des HCOB gelang ihm das gegen seinen Ex- und zukünftigen Club jedoch wirklich noch nicht. „Wir setzen unsere Hoffnung auf den Derbycharakter. Tabellenkonstellation und Formkurve spielen in solch einem Spiel keine Rolle“, ist Grathwohl überzeugt. 

Zürn sieht es durchaus ähnlich: „Das ist ein ganz gefährlicher Gegner. Wir nehmen die Favoritenrolle an, aber wir werden ihn ganz sicher nicht unterschätzen.“ Zumal nicht alle TSB-Akteure zurzeit im Vollbesitz ihrer Kräfte sind – einschließlich dem Trainer. Das Grippevirus hat sich in der Umkleidekabine eingenistet, nach und nach hat fast jeder Spieler damit zu kämpfen. Michael Seiz hat es nach überstandener Grippe mit einer Rippenfellentzündung voll erwischt, der Rechtsaußen wird im Derby fehlen. Florian Möck wird zumindest auf der Bank sitzen. Positiv ist die Rückkehr von Philip Strobel, der seine Sprunggelenkprobleme im Griff hat und voll einsatzfähig ist.

„Die Faschingspause war ohnehin ganz gut, um die eine oder andere kleine Blessur auszukurieren“, sagt Zürn mit Blick auf das vergangene spielfreie Wochenende. An dem verlor der HC Oppenweiler/Backnang unglücklich mit 29:30 gegen den VfL Pfullingen – ein Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Schon gegen den Tabellenzweiten aus Nußloch hatte das Team von Trainer Matthias Heineke den möglichen Sieg kurz vor Schluss aus der Hand gegeben. „In diesen entscheidenden Situationen müssen wir einfach abgeklärter auftreten“, fordert daher Rückraumspieler Kevin Wolf.

Gerade die Cleverness in heiklen Spielphasen war zuletzt eine Stärke des TSB. „Die jungen Spieler sind inzwischen deutlich stressresistenter. Die Mischung aus jungem Hurra-Stil und Erfahrung passt einfach“, sagt Zürn.

Kein Nervenflattern 

Als stressresistent gilt auch Grathwohl. Ob er gegen seine alten und künftigen Kollegen von Anfang an spielen wird, steht aber erst kurz vor Spielbeginn fest. „Ich habe in der Trainingswoche mein Bestes gegeben und weiß natürlich, dass in diesem Spiel ein paar mehr Augen auf mich gerichtet sind. Das wird aber nicht für Nervenflattern sorgen“, sagt Grathwohl. Vielleicht aber für eine weitere verklärte Erinnerung.

Written by Stephan Sonntag (stimme.de) | 17.02.2018 13:46:51 | 192x gelesen