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30.04.2018 Würdiger Heim-Abschluss

Würdiger Heim-Abschluss

1. Mannschaft - Rhein-Neckar Löwen 2 32:27

Dieses Match wäre ein würdiges Endspiel um die süddeutsche Meisterschaft gewesen. Über 60 Minuten demonstrierten der TSB Horkheim und die Rhein-Neckar Löwen II am Samstagabend, was den Drittliga-Handball auszeichnet. Auf die Temposchlacht in der ersten Hälfte folgte in der zweiten Halbzeit ein leidenschaftlicher Kampf um die Vizemeisterschaft in der 3. Liga Süd. Dank des in der entscheidenden Phase besseren Keepers gewann der TSB das letzte Saison-Heimspiel mit 32:27 (19:19). Mit dem gleichen Ergebnis sicherte sich im Parallelspiel der SV Kornwestheim gegen den VfL Pfullingen die Meisterschaft.

„In der zweiten Halbzeit haben wir die nötige Härte in die Abwehr bekommen. Das hat mir natürlich sehr geholfen“, sagte Matchwinner Linus Mathes. In der 23. Minute hatte Trainer Jochen Zürn den bis dahin glücklosen Kapitän Pascal Welz im Tor abgelöst. „Ich bin froh, dass ich in der zweiten Hälfte meinen Teil zu einem gelungenen Heim-Abschluss beitragen konnte“, sagte Mathes bescheiden.

75 Sekunden 
Entschieden wurde das Duell innerhalb von 75 Sekunden. Kurz nacheinander bekamen die Horkheimer Oliver Heß und Pierre Freudl beim Stand von 25:23 Zwei-Minuten-Strafen aufgebrummt. Die Löwen spielten in doppelter Überzahl. Doch Mathes parierte den freien Wurf von Linksaußen Tim Ganz spektakulär mit dem Fuß auf Kopfhöhe. Im Gegenzug gelang Rechtsaußen Daniel Grosser das 26:23 (51.). Von diesem Schlag erholten sich die Gäste nicht mehr.

Am allerwenigsten die Löwen-Bank um die Trainer Michel Abt und Andre Bechtold. Bereits mit gelber Karte und Zwei-Minuten-Strafe vorbelastet, erhielt Abt wegen Meckerns in der 54. Minute glatt Rot. In ihrem offiziellen Spielbericht auf der Club-Homepage karteten die Verantwortlichen nach, bezichtigten die Horkheimer Spieler einer brutalen Spielweise und warfen den Zuschauern die Beeinflussung der Unparteiischen vor.

„Zum Sport gehört es, auch in der Niederlage Größe zu beweisen. Hüben wie drüben wurden die Grenzen ausgetestet. Dank einer sehr, sehr guten zweiten Hälfte war es ein verdienter Sieg für uns“, hatte Zürn gestern kein Verständnis für die erhobenen Vorwürfe und konterte: „Es gehört sich auch nicht, permanent Zeitstrafen gegen meine Spieler zu fordern.“ Auf die Atmosphäre in der „Stauwehrhölle“ angesprochen, bekundete Zürn: „Das war eine der geilsten Kulissen, die ich in Horkheim erlebt habe.“

Abschiede
Schon kurz nach Spiel-ende gesellte sich zur allgemeinen Jubelstimmung über die wahrscheinlich zweite Vizemeisterschaft hintereinander ein wenig Wehmut. Nacheinander wurden Philip Strobel, Florian Möck, Marcel Lenz, Pascal Welz und Alexander Schmid verabschiedet. Den Abgang des Publikumslieblings können viele Vereinsanhänger noch immer nicht nachvollziehen. Das wurde im Refrain des eigens für „Rudi“ komponierten Abschiedslieds „Leider musst du gehen, wir können es nicht verstehen“ deutlich.

Dann schritt Zürn zum Mikrofon und bedankte sich bei Verein, Mannschaft, Zuschauern, seiner Familie und seinen vielen anwesenden Freunden für die fünf Jahre in Horkheim und die insgesamt drei Jahrzehnte als Handball-Coach. Bei der Erwähnung seines im vergangenen Jahr verstorbenen Vaters kamen dem 56-Jährigen die Tränen. Die Zuschauer dankten dem Erfolgstrtrainer mit stehenden Ovationen.

Written by Stephan Sonntag (www.stimme.de) | 30.04.2018 13:26:23 | 335x gelesen