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Horkheim hadert mit den Referees

Mit einem simplen Schrittfehler von Janik Zerweck in der achten Minute nahm das Spiel für den TSB Horkheim einen verhängnisvollen Verlauf. Der Horkheimer Rückraumspieler war mit der Entscheidung der Schiedsrichter nicht einverstanden und zeigte das auch. Für seine Unmutsbekundungen bekam er direkt zwei mal zwei Minuten aufgebrummt. Mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl hätten es Frank Kraaz und Tobias Lay zu dem frühen Zeitpunkt des Spiels sicher auch bei einer Strafe belassen können. Als Zeichen für beide Teams, wo die roten Linien an diesem Abend in der Pfullinger Kurt-App-Halle liegen, hätte dies vollauf genügt. So aber rückten die Unparteiischen in den Fokus.

Frustriert
Nach den folgenden 52 Minuten, die mit der ersten Auswärtsniederlage des TSB Horkheim beim VfL Pfullingen endeten, hatten die Gäste nur ein Thema. „Mit so einer Schiedsrichterleistung ist es unmöglich, auswärts ein Spiel zu gewinnen. So etwas habe ich in 40 Jahren noch nicht erlebt“, sagte Ressorleiter Michael Löbich. Trainer Volker Blumenschein sah es ähnlich: „Ich kann meinem Team überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir hätten noch Stunden spielen können und hätten nicht gewinnen können. Es ist total frustrierend.“ Die zahlreich mitgereisten und lautstarken Horkheimer Anhänger waren ebenfalls außer sich.

Beklagt wurde über die eingangs beschriebene Szene hinaus das deutliche Missverhältnis bei den Zeitstrafen. In einer fairen Partie gab es deren sieben für Horkheim und lediglich zwei gegen Pfullingen. „Ich hätte mir in der zweiten Hälfte sogar noch mehr Zeitstrafen gegen den TSB gewünscht“, sagte Pfullingens Trainer Fred Griesbach und verwies auf die Zweikämpfe am Kreis, die in den ersten 30 Minuten anders bewertet worden seien, als dann nach dem Seitenwechsel.

Der Pfullinger Protagonist an der Stelle ist der ehemalige Horkheimer Alexander Schmid, der die Kreismitte mied und immer wieder die Eins-gegen-Eins-Situation gegen den 30 Kilo leichteren Daniel Grosser auf der Halbposition suchte. „Wir wollten Nils Boschen isolieren. Der hatte teils zwei Meter Platz neben sich. Das hat funktioniert“, freute sich Griesbach.

Der daraus resultierende Handball war zwar nicht unbedingt schön anzuschauen, aber effektiv. „Wir haben die Horkheimer vor Aufgaben gestellt. Das war das Ziel“, sagte Schmid, der Vorwürfe, nur Siebenmeter und Zeitstrafen schinden zu wollen, nicht nachvollziehen mochte. „Ich mache meinen Job. Die Schiedsrichter treffen die Entscheidungen.“ Als cleverer Kreisläufer wusste er die Linie der Referees allerdings für sein Team zu nutzen – das war zu seinen Horkheimer Zeiten nicht anders.

„Unabhängig von den Schiedsrichtern hatten wir die Chance, dieses Spiel zu gewinnen“, gab Janik Zerweck zu. Nach einem 16:20-Rückstand zur Pause, der teils durch die zehn Minuten in Unterzahl zu Stande kam, zum Teil aber auch dadurch, dass die Abwehr wie schon in den vorangegangenen Spielen nicht auf dem Niveau vom Saisonbeginn agierte, startete der TSB eine furiose Aufholjagd. Bis zur 42. Minute gelang Pfullingen nur noch ein Tor.

Der nach einer Viertelstunde eingewechselte Sven Grathwohl hielt überragend, parierte allein vier Siebenmeter. Grosser gelang der 21:21-Ausgleich. In der 47. Minute brachte Boschen sein Team sogar mit 25:23 in Führung. Die Partie war gedreht.

Kampfspiel
Doch dann unterliefen zwei Ballverluste im Angriff, Oliver Heß und Tobias Gehrke scheiterten komplett frei an Keeper Daniel Schlipphak, Felix Weißer verpasste einen Abpraller nach Gratwohl-Parade und auch die Schiedsrichter pfiffen sich wieder in den Vordergrund. Nach dem Pfullinger Ausgleich zum 26:26 (51.) erhielt Michael Seiz auf der Bank sitzend eine Zwei-Minuten-Strafe. Erneut soll eine Unmutsgeste der Grund gewesen sein. Würde dies stetig in dieser Weise sanktioniert werden, wären nur noch selten Spieler auf dem Feld zu finden.

In der Folge kippte die Begegnung jedenfalls wieder in Richtung der Gastgeber. „Die letzten zehn Minuten waren reiner Kampf. Wir hatten das athletische Plus“, sagte Griesbach und fügte hinzu: „Für die Seele war dieser Sieg nach drei Niederlagen ganz wichtig.“ Für die Horkheimer Seele dagegen ganz schwer zu verkraften.

Written by Stephan Sonntag (www.stimme.de) | 05.11.2018 13:48:42 | 311x gelesen