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19.11.2018 TSB schenkt einen Zähler her

TSB schenkt einen Zähler her

Sven Grathwohl kickte den Ball zornig gegen die Decke der Stauwehrhalle, nachdem er ihn aus dem Netz gefischt hatte. Der TSB-Keeper konnte den Horkheimer Sieg nicht mehr festhalten. Mit einem Siebenmeter nach der Schlusssirene zum 26:26 schnappte sich der SV Salamander Kornwestheim noch einen Drittliga-Zähler.

„Dass wir noch einen Punkt mitnehmen, wenn man das ganze Spiel sieht, ist natürlich überragend – es fühlt sich an wie ein Sieg“, sagte Pascal Welz. Der Ex-Horkheimer war an seiner alten Wirkungsstätte einer der großen Gewinner. Die ganze Partie über ärgerte er die ehemaligen Mannschaftskameraden mit Paraden. Seine wichtigste hob er sich allerdings für die Schlussminute auf. Statt die Zeit beim 26:25 von der Uhr zu nehmen, nahm sich Youngster Daniel Grosser neun Sekunden vor dem Spielende einen freien Wurf. Und scheiterte an Welz, der sein Bein blitzschnell in die Höhe wuchtete. Der SV bekam nochmal den Ball, nach einem überfallartigen Angriff mit voller Fahrt auf die TSB-Abwehr einen diskussionswürdigen Siebenmeter. Und am Ende ein Unentschieden geschenkt.

„Die Pointe war nicht das Entscheidende. Wir hatten in der zweiten Halbzeit dreimal die Chance, auf drei weg zu gehen, haben da jedes Mal die falsche Entscheidung getroffen und den Gegner die Nähe wahren lassen – das war unser Problem. Am Ende will ich keinem meiner Spieler einen Vorwurf machen“, sagte TSB-Coach Volker Blumenschein.

Wurf-Falle schnappt zu
Dass der 21-jährige Grosser in die Wurf-Falle tappte – „klar, ein ganz erfahrener Spieler hätte den Wurf vielleicht gar nicht genommen. Aber das wird er sich für die Zukunft merken. Wenn er ihn reinmacht, ist er aber der König“, baute Blumenschein seinen jungen Rechtsaußen auf. Hätte sich der TSB vorab nicht so nachlässig gezeigt, wäre Grosser schließlich erst gar nicht in die missliche Lage gekommen.

Horkheim erwischte den etwas besseren Start in die Partie, lag nach sieben Minuten mit 3:2 in Front. Trotz doppelter Unterzahl ließ sich der TSB auch beim 5:4 von Nils Boschen (12.) nicht aus dem Konzept bringen. Dann häuften sich allerdings Unkonzentriertheiten im Horkheimer Angriff. Mit einem 5:0-Lauf spurtete Kornwestheim vorwiegend über Gegenstöße zum 9:5 (22.). Immer wieder scheiterte Horkheim am ehemaligen Mannschaftskollegen im SV-Kasten. Selbst von der Siebenmeterlinie schaffte es der TSB nicht, Pascal Welz zu überwinden. Felix Kazmeier brach mit dem 6:9 schließlich den Bann und brachte sein Team wieder ins Rollen. Hinten hatten die Horkheimer den SV nun aus dem stehenden Angriff heraus gut im Griff. Und konnten ihrerseits über Gegenstöße glänzen. TSB-Keeper Sven Grathwohl hatte ebenfalls einen guten Tag erwischt. Der 11:11-Pausenstand war der Lohn.

Horkheim kam gut aus der Kabine. In der 35. Minute machte Grosser das 14:12. Doch Kornwestheim blieb dran. Erlaubte sich der TSB hinten Schwächen, war der SV zur Stelle. Und war beim 15:15 in der 39. Minute wieder voll im Spiel. TSB-Spielmacher Pierre Freudl war es, der sein Team mit einem eigenen Treffer und im Anschluss einer Ablage auf den starken Kreisläufer Nils Boschen zum 18:16 (45.) wieder auf Kurs brachte. Es sollte aber bis zum Schluss ein wackeliger sein.

Janik Zerweck hielt Horkheim hauchzart in Front. Die drei TSB-Treffer zum 23:21 (53.) gingen allesamt auf sein Konto. „Da können wir das Spiel entscheiden. Wir waren schon die ganze zweite Halbzeit mit ein, zwei Toren vorne – da müssen wir bessere Entscheidungen treffen“, monierte Zerweck später.

Welz ist da
In der 55. Minute war es erneut Pascal Welz, der seinen Ex-Club nervte. Nach einer Zeitstrafe gegen den SV ging er für einen zusätzlichen Feldspieler von der Platte, war bei Grossers Wurf aufs leere Tor aber im Spurt zur Stelle. Statt des 25:23 machte Kornwestheim im Gegenzug das 24:24. Horkheim wackelte. Und verlor im furiosen Finale letztlich einen Punkt.

Written by Dominik Knobloch (stimme.de) | 19.11.2018 14:14:02 | 212x gelesen