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Muss man vor Horkheim doch Angst haben?

2. Mannschaft - TV Flein 2 33:27

Besser könnte die Ausgangssituation für die Mutter aller Derbys nicht sein: Samstag, 20 Uhr und auch wenn beide Teams zumindest tabellarisch auf Augenhöhe waren, war der Fleiner Toptorjäger Joshua Wüstholz gegenüber seines Bruders der Meinung, dass man vor den Stauwehrjungs keine Angst haben müsse. So viel sei vorweggenommen, er sollte sich täuschen.

Mit seiner unnachahmlichen linken Klebe eröffnete Patrick Lang das muntere Scheibenschießen. In Folge schafften es die Gäste von der anderen Seite des Neckars jedoch immer wieder, das Spielgerät in Tim Schniering‘s vier Wänden unterzubringen und so liefen die Horkheimer die ersten 20 Minuten durchgehend einem Rückstand hinterher.

„Angriff ist Können, Abwehr Wille.“

Doch hätten die Nachbarsjungen bloß nur mal die Uhr im Blick behalten, denn nun schlug die Stunde des Patrick Grosser. Der Mittemotor stellte jeden Diesel in den Schatten und zimmerte ein ums andere Mal die Kugel in das Gebälk der Grün-Weißen. Mit zwei Wechseln stellte Coach Willms nun die Weichen auf Sieg und brachte mit Flügelflitzer Manu Opitz und Debütant Jannis „Helmut“ Mauk zwei Jungs aus der Förster-Schmiede, die den Horkheim-Express richtig ins Rollen brachten. Die Fleiner müssen sich gefühlt haben wie auf Palma de Mallorca, denn egal wer durch die Horkheimer Reihen wollte, immer wieder stand unser Helmut im Weg und jeden eroberten Ball schweißte M.Opitz zwischen die Pfosten des Gästetorwarts.

„Heute sind einige Jungs über sich hinaus gewachsen, die Abwehrleistung war phasenweise elitär, die Offensive mitunter spektakulär.“

Nachdem die Neuverpflichtung am Schiedsgericht die zweiten 30 Minuten freigab, schafften die Gastgeber zügig klare Verhältnisse. Nach obengenanntem Credo setzen sich die Herwigsjünger bis zur 37.Minute auf 5 Tore ab und zwangen Gästetrainer Vieler zur schnellen Auszeit. Bis zur Mitte der zweiten Hälfte konnten die Gäste noch halbwegs Schritt halten, doch spätestens mit der Einwechslung des bislang geschonten Jannis B. war der Zug abgefahren. Stolz wie Bolle zog ebendieser die Fäden und setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene.

Dem granatös aufspielenden Yannis Mauk war es mit dem 28:20(49.Min) vorenthalten, den Siegeszug in den heimischen Bahnhof einzulenken. Jetzt konnte Coach Willms auch die zweite Garde beruhigt auf die Gleise schicken. Der bisher noch nicht in Erscheinung getretene Fleiner Kevin Joos betrieb noch Ergebniskosmetik doch mit einem Doppelpack von Derbyexperte und Mentalitätsmonster Wüstholz war der Sieg nicht mehr gefährdet.

Auch wenn vor dem Spiel große Ehrfurcht vor dem kroatischen Baum Jura Hamonajec herrschte, machte an diesem Abend die nominelle Nummer zwei des TV und Horkheims Ex-FSJler Henrik Rösch mit seiner besten Saisonleistung den Gastgebern das Leben schwer. Fairerweise bleibt auch zu erwähnen, dass die Vieler Sieben verletzungsbedingt auf das routinierte Rückraum-Ass Reber, Kanonier Julian Diener und den nominellen Abwehrchef Mario Köhler verzichten mussten, doch selbst in Bestbesetzung wäre ein Auswärtssieg gegen die blutjungen und entfesselt aufspielenden Horkheimer nur schwer vorstellbar gewesen.

Nächste Woche geht es als klarer Außenseiter zum Landesligaabsteiger nach Oedheim. Sollten die Willms-Boys aber wieder den unbedingten Willen aus der magischen Stauwehrnacht aufs Papier bringen, ist vielleicht sogar ein Auswärtssieg gegen das Team um SG-Legende Max Odenwald möglich.

Written by TW | 03.12.2018 14:23:56 | 30x gelesen