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17.12.2018 Der allerletzte Wurf sorgt fü

Der allerletzte Wurf sorgt für Horkheimer Derby-Tristesse

Ruben Sigle wusste genau, was er tat. Er hatte es schon oft gemacht. Was er aber nicht wusste: diesmal würde der Ball reingehen. Zum 34:33-Derbysieg des HC Oppenweiler/Backnang gegen den TSB Horkheim. Die reguläre Spielzeit war vorbei. Aber diesen einen Freiwurf gab es noch.

Und Sigle wurde zum Matchwinner. Die TSB-Mauer: düpiert. Torwart Linus Mathes: geschlagen. „Es ist ja so, dass ich diesen direkten Freiwurf praktisch in jedem Training übe“, erzählte Sigle nach dem Spiel. Allerdings ist die Übungs-Erfolgsquote gar nicht gut. „Im einstelligen Bereich.“

Am Samstagabend war der Wurf ein Volltreffer. „Irgendwie hatte ich es im Gefühl, dass der Ball reingeht.“ Jubel beim HC Oppenweiler/Backnang, der nach dem ersten Rückrundenspiel der 3. Handball-Liga Süd ein beruhigendes Polster auf die Abstiegsränge hat. Tristesse beim TSB Horkheim, der mit 22:12 Punkten auf den fünften Tabellenplatz abrutschte und den Kontakt zum HBW Balingen-Weilstetten II (24:8) und den Rhein-Neckar Löwen II (23:9) verloren hat.

Die Talente-Truppen des Zweit- sowie Erstligisten sind als einzige Verfolger noch halbwegs dran am souveränen Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten HSG Konstanz (30:4).

Intensiver Fight
Spannend war es – sogar über die regulären 60 Minuten hinaus. Ein wirklich packendes Derby sahen die Zuschauer in der sehr gut gefüllten Backnanger Karl-Euerle-Halle. „Vermutlich werde ich vor Aufregung noch heute Nacht um drei Uhr senkrecht im Bett stehen“, sagte HCOB-Trainer Matthias Heineke. „Es war unglaublich intensiv.“

Und es war unglaublich bitter für den TSB Horkheim. Siebeneinhalb Minuten vor Schluss hatte Volker Blumenscheins Mannschaft noch mit vier Toren Unterschied geführt. Beim 31:27 schien eine Vorentscheidung für den TSB gefallen zu sein. Blumenschein sagte: „Da waren wir ziemlich sicher, dass wir gewinnen.“

Aber so kam es nicht. „Wir haben Oppenweiler wieder ins Spiel zurückgeführt“, haderte Blumenschein. Pech spielte dabei eine Rolle, unnötige Fehler aber auch.

Ball im Gesicht
Beinahe Slapstick war die Szene, in der Pierre Freudl den Ball ins Gesicht von Tobias Gehrke warf, weil der gepennt hatte. Diese unnötigen Aktionen fand der Trainer bei aller Gelassenheit nach der Derby-Niederlage („Sowas gehört zum Sport dazu“) dann „schon ärgerlich“.

Der Horkheimer Vorsprung schmolz. Schließlich war er weg. In der 57. Minute fiel durch Marcel Lenz das 32:32. Das 33:33 erzielte wiederum Lenz (59.). Es war das neunte Tor des Ex-Horkheimers.

Dann kam der K.o. für den TSB.

Ruben Sigle war der Matchwinner des HCOP. Aber Linksaußen Lenz war der erfolgreichste Werfer in der Halle. Bis zum Frühjahr hatte der Goalgetter noch das Horkheimer Trikot getragen. Seine Qualitäten waren bestens bekannt. In der ersten Halbzeit scheiterte der sonst so sichere Siebenmeter-Schütze Lenz zwei Mal an Torwart Sven Grathwohl.

Der Horkheimer Schlussmann war allerdings nicht so stark wie in der Vorwoche gegen Balingen, machte Mitte des ersten Spielabschnitts Platz für Linus Mathes.

Dem flog dann der allerletzte Wurf um die Ohren. Ganz dumm gelaufen. „Meine Jungs sind traurig“, sagte Volker Blumenschein. HCOB-Trainerkollege Heinecke meinte: „Natürlich wäre auch ein Unentschieden gerecht gewesen.“

Auch seine Mannschaft hatte in diesem denkwürdigen Derby der 3. Liga Süd eine zwischenzeitliche Vier-Tore-Führung vergeben. Beim 8:4 in der 12. Minute sah es nicht gut aus für den TSB Horkheim.

Aber in der 18.Minute glich Felix Weißer zum 11:11 aus. In der 25. Minute lagen die Horkheimer Handballer vorne. Nils Boschen hatte zum 14:13 getroffen. Mit 16:16 ging es in die Pause.

Alles offen.

Am Schluss dann wieder – bis Ruben Sigle mit seinem „Kunstwurf“ (Volker Blumenschein) traf.

Written by Andreas Öhlschläger (stimme.de) | 17.12.2018 14:28:07 | 210x gelesen