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Handballer stehen immer wieder auf - 75 Jahre TSB-Handballabteilung

Das Foyer der Horkheimer Stauwehrhalle steht ganz im Zeichen der Zahl 75. Auf runden Papierscheiben und auf den an der Decke hängenden Trikots - alles in den Vereinsfarben Blau-Weiß - ist diese Zahl zu lesen. Denn die Handballabteilung des TSB Horkheim ist heuer ein dreiviertel Jahrhundert alt geworden. Anlass genug, um am Sonntagnachmittag ausgiebig zu feiern.

Allerdings hält sich die Feierlaune deutlich in Grenzen, denn ?wir liegen zurzeit am Boden?, formuliert der erste Vorsitzende der TSB-Handballabteilung, Herwig Jarosch. Doch ein Handballer liege in seiner aktiven Laufbahn oft am Boden und stehe aber auch immer wieder auf, macht er sich und seinen Zuhörern im selben Atemzug wieder Mut.

Jarosch erinnert sich an seine eigene Jugend, als er als jüngstes von fünf Kindern mit seiner Mutter nach Horkheim kam und weil es sich hier so gehört, zum Handballspielen ging. Und weil seine Mutter die Vereinsbeiträge nicht aufbringen konnte, durfte er eben so mitspielen und dabei sein.

Und heute? Die Zeiten haben sich gründlich geändert. Mit den Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen könne nicht einmal mehr der Spielbetrieb finanziert werden. So weit sei es schon gekommen, dass der Verein zwischen 150 und 200 Euro für den Schiedsrichter bezahlen müsse, wenn er eine gegnerische Mannschaft zu einem Trainingsspiel ohne Zuschauer einlädt. Hier fordert Jarosch für den Handball eine Verwaltungsreform.

Bernhard Bauer, der Präsident des Handballverbandes Württemberg, hebt hervor, dass ?der TSB Horkheim stets einer der besten Handballvereine Württembergs gewesen ist?. Er zählt Namen ehemaliger Spieler auf und bei jedem Namen geht ein Raunen durch die Reihen der Zuhörer.

Er nimmt die Feier freilich auch zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass der TSB derzeit lediglich in der vierthöchsten Klasse des Landes spiele. Das Mitmischen in einer hohen Klasse sei aber nicht nur eine Frage des Geldes, wie andere Vereine bewiesen. Konsequente Jugendarbeit sei erforderlich, um beispielsweise auch wieder Spieler in die verschiedenen Auswahlkader schicken zu können, schreibt der Präsident dem Verein ins Stammbuch.

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach eröffnet den Reigen der Gratulanten, die die Leistungen des drittältesten Einzelvereins im TSB Horkheim würdigen. Und nachdem der Oberbürgermeister, Kurt Gaub vom Sportkreis Heilbronn, Willi Sommer vom Handballbezirk Heilbronn-Franken sowie Alexander Bach, Vorsitzender des TSB-Gesamtvereins gratuliert haben, haben auch vier Kuverts mit Geldgeschenken ihren Besitzer gewechselt.

Ein Wimpel erinnert an die höchste Auszeichnung, die TSB-Handballer errangen: die Süddeutsche Meisterschaft 1993 verbunden mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Written by Martin Nied HSt | 17.10.2006 09:02:33 | 216x gelesen